Wirtschaftsspionage? Nicht mein Bier? Ein Praxisbeispiel!

iconAn dieser Stelle möchte ich einmal darüber berichten, wie ernst das Thema Informationsschutz wirklich sein kann. Ich höre immer wieder von Unternehmen und Behörden, die sich nicht vorstellen können, warum gerade sie ausspioniert werden sollten. Ein Beispiel aus der Praxis habe ich hier selbst für die Nachwelt exemplarisch festgehalten.

Ich gehe vor ein paar Monaten in den frühen Morgenstunden in meine Küche, um mir einen Kaffee zu machen. Beim Blick über meinen Hinterhof auf ein Gewerbehaus sehe ich doch, wie sich die vielzitierte externe Reinigungskraft an Dingen zu schaffen macht, die sie wahrscheinlich nichts angeht. Im Klartext: offen herum liegende Dokumente werden von ihr durchsucht. Nun kann ich nicht sagen, ob diese Person hier Zufallsfunde in der Hand hält oder gezielt geschickt wurde. Für die Erpressung, den Patentverlust, den Verlust von Kundendaten, die an die Presse gegebenen Hintergrundinformationen etc. ist dies erstmal völlig egal. Die von uns Sicherheitsberatern immer wieder geforderte „Clean Desk Policy“ ist wirklich nicht teuer und hätte diesen konkreten Fall aus meiner Sicht eventuell verhindert.

Die Fotos sind nicht ganz scharf, aber frei nach Pille: „I’m a doctor, not a photographer!“ Die Person habe ich vorsichtshalber unkenntlich gemacht 😉

Neugierig? Erst mal den Müll sichten…

Neugierig?…hmm, was liegt denn hier noch so herum?

Neugierig? Jetzt scheint die Person wohl etwas auf dem Schreibtisch gefunden zu haben!

Das bunte Treiben ging noch eine Weile weiter so, ich musste dann aber zum Flughafen. Wem die Büroräume konkret gehören, will ich hier nicht verraten. Ich will an dieser Stelle nur sagen, dass sich in dem Haus eine Anwaltskanzlei, ein Zahnarzt, ein Steuerberater, ein Internet Provider, eine IT-Beratungsfirma und eine nicht-staatliche Umweltorganisation befinden 😉

6 thoughts on “Wirtschaftsspionage? Nicht mein Bier? Ein Praxisbeispiel!”

  1. Pingback: geschonneck.com
  2. Klar, kann man nicht wissen, ob es hier um Spionage geht. Kann alles mögliche sein, vielleicht findet das Gegenangebot eines anderen Reinigungsdienstleisters hier besonderes Interesse 😉

    Neben dem gezielten Abschöpfen von Informationen gibt es aber noch die Leichtsinnigkeit der Menschen. Da werden vertrauliche Papiere offen liegen gelassen oder man geht anderweitig leichtsinnig mit internen Informationen um und dann wundern sich die Leute, wenn diese Informationen in die falschen Hände geraten.

    Ich habe übrigens im gleichen Haus mal jemanden beobachtet, der Fotos vom Inhalt der Papiertonne gemacht hat!

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